Zeitumstellung: Vorsicht im Frühverkehr

Wildtiere müssen sich erst anpassen: NÖ Jagdverband appelliert, Tempo insbesondere im morgendlichen Straßenverkehr anzupassen und Straßenränder im Blick zu haben.
Am 30. März ist es wieder so weit: Die Uhren werden eine Stunde vorgestellt. Für die Wildtiere bedeutet das, dass der starke Morgen- und Pendlerverkehr eine Stunde früher beginnt. „Wild hat aber eine innere Uhr, die keine Umstellung kennt, und muss sich erst an das veränderte Verhalten anpassen. Zudem findet vielerorts gerade der Wechsel des Wildes vom Winter- in den Sommereinstand statt, bei dem es häufig Straßen queren muss. Das und die schlechtere Sicht aufgrund der Dunkelheit durch die Zeitumstellung erhöhen das Risiko für Wildunfälle auf Niederösterreichs Straßen“, so Landesjägermeister Josef Pröll. Er appelliert daher, im Morgenverkehr das Tempo anzupassen, vorausschauend zu fahren sowie die Straßenränder und bewachsene Bereiche im Blick zu behalten. „Das schützt die Insassen der Fahrzeuge und das Wild gleichermaßen.“
Jährlich verenden in Niederösterreich ca. 30.000 Wildtiere bei oder als Folge von Wildunfällen, wobei Rehe (15.000 Stück), Niederwild (12.000 Stück) und Wildschweine (400 Stück) am stärksten betroffen sind. Um die Zahl der Wildunfälle zu reduzieren, setzt der NÖ Jagdverband eine Vielzahl von Maßnahmen: Seit 2008 führt er gemeinsam mit dem Land Niederösterreich das Projekt „Wildtiere & Verkehr – Reduktion von verkehrsbedingtem Fallwild“ durch, an dem sich auch die Land- und Forstbetriebe Österreich beteiligen. Niederösterreichs Jägerinnen und Jäger bringen dabei Wildwarnreflektoren an den weißen Pflöcken entlang von Straßen an. Seit dem Projektstart sind 500 Jagdreviere mit 130.000 Wildwarnreflektoren, 6.700 Wildwarngeräten und 44 olfaktorischen Vergrämern ausgestattet, was 1.873 Kilometern Landesstraße bzw. der Strecke Wien-Barcelona entspricht. Die Wildwarngeräte und -reflektoren halten Wild bei näherkommenden Fahrzeugen vom Queren der Fahrbahn ab. Zudem setzen die Jägerinnen und Jäger jagdwirtschaftliche und wildökologische Maßnahmen. Der NÖ Jagdverband sensibilisiert zusätzlich im Rahmen von diversen Partnerschaften für das Risiko von Wildunfällen, um mehr Bewusstsein zu schaffen.
Richtiges Verhalten bei Wildunfällen
Sollte trotz aller Vorsicht ein Zusammenstoß mit einem querenden Wildtier nicht mehr vermeidbar sein, sollten Autofahrer das Lenkrad festhalten und stark bremsen. Man sollte nicht versuchen auszuweichen, da dies ein deutlich höheres Risiko für die Insassen, aber auch für andere Verkehrsteilnehmer darstellt. Nach einem Zusammenprall mit einem Tier muss das Fahrzeug abgestellt und die Unfallstelle abgesichert werden. Danach können verletzte Personen versorgt und Polizei sowie im Bedarfsfall Rettung und Feuerwehr alarmiert werden. Die Polizei muss in jedem Fall unter Bekanntgabe des exakten Unfallortes verständigt werden, auch wenn das Tier nach dem Unfall flüchtet. Sie meldet den Unfall an die Jägerschaft, die die Nachsuche und Bergung des Tieres übernimmt. Keinesfalls darf das Tier mitgenommen werden.